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Wärmedämmungen,
organische oder mineralische Dämmungen, werden immer noch
gern populistisch negativ ausgeschlachtet. Ein Beispiel dafür
ist das sogenannte „Lichtenfelser Experiment“. Grob
beschrieben: Es wurden zwei baugleiche Häuser erstellt, eines
davon wurde mit einer gedämmten Außenhülle
versehen. In Messungen versuchte man nun festzustellen, ob
Wärmedämmung denn tatsächlich energieeinsparende
Wirkungen hat oder nicht. Aufgrund einiger Fehlinterpretationen
von Messergebnissen und vielleicht auch gewollten „Verdrehungen“
derselben versucht nun eine Gruppe von „Experten“ die
Untauglichkeit von Wärmedämmungen nachzuweisen.
Immer
wieder wird angeführt, dass Masse eigentlich der bessere
Dämmstoff sei. Vergleichs- und hilfsweise werden z. B.
Kirchen mit ihren dicken Außenwänden angeführt.
Sie seien im Sommer angenehm kühl und im Winter wegen der
großen Speicherkapazität gleichmäßig warm.
Da ein Massivdach mit gleicher Wirkung im Bereich des
Einfamilienhauses allerdings eher schlecht händelbar ist,
müssen Alternativen gesucht und gefunden werden.
Vor
einigen Jahren hat man festgestellt, dass stehende Luftschichten,
die nicht so dick sind dass sie eine Eigenkonvektion erhalten,
gute wärmedämmende Wirkungen aufweisen. Luft selber ist
ein schlechter Wärmeleiter. Es galt nun einen Weg zu finden,
die stehende Luft so einzustellen, dass sie keine Eigenkonvektion
mehr hat, aber gleichzeitig die magische Grenze von 50 mm in der
Dicke zu überschreiten. Hier kann man z. B. einen
Wollpullover einer Wärmedämmung für ein Haus
gleichsetzen.
Wärmedämmungen funktionieren in der
Art, dass die Luft in vielen kleinen Kammern „gefangen“
gehalten wird, um die Konvektion zu unterbinden. Bei Polystyrolen
beispielsweise bilden kleine Kügelchen diese Kammern. Daneben
gibt es Experimente mit wabenförmigen Kammern. Um die
Wärmeleitung der festen Baukörper einer solchen Dämmung
zu reduzieren und damit die Wärmeleitgruppe zu verbessern,
werden immer mehr Hightech-Produkte erfunden. Bei
Mineralfaserdämmungen macht man sich hier der schlechten
Wärmeleiteigenschaften von Glas- und Steinfasern zunutze. Das
wirre Netzwerk der Fasern schließt die Luft mehr oder
weniger ein und hindert sie an der Konvektion. Warme Luft gelangt
nun an die Raumseite der Dämmstoffe und erwärmt diese.
Wegen der schlechten Weiterleitungseigenschaften wird die
eintreffende Wärme nicht in voller Gänze an die weiter
außenliegenden Luftmoleküle weitergegeben und es tritt
eine dämmende Wirkung ein. Diese erreicht nun, dass weniger
Primärenergie hinzugeführt werden muss, um eine
gleichmäßige Wärme in einem Gebäude zu
erhalten. Damit wird ein energieeinsparender Effekt
erreicht.
Vergleicht man nun die eingangs beschriebenen
Baustoffe massiv (hier sei Stahl-Beton mit einer
Wärmeleitfähigkeit von 2,1 W/mK als Beispiel angenommen)
und z. B. eine Mineralfaser mit einer Wärmeleitfähigkeit
von 0,035 W/mK, dann müsste man 84 cm dicken Beton herstellen
um die gleiche dämmende Wirkung wie 1 cm Mineralfaser zu
erhalten. Allein hieran erkennt man, wie wichtig solche Dämmungen
sind.
Allerdings enthalten die Berechnungen einen kleinen
Schönheitsfehler: Rein rechnerisch nimmt mit der Dicke einer
Dämmung der Verlust von Wärme gleichmäßig ab.
Realistisch gemessen stimmt diese Aussage nicht ganz, denn ab
Dämmstoffdicken von ca. 260 mm verringert sich der
Energieverlust nicht mehr so deutlich, die Kurve fällt flach
ab.
Fazit: Baustoffe mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit,
die in Bauteilen eingearbeitet werden, haben eine dämmende
Wirkung und helfen so Primärenergie einzusparen. (c)
by stefan ibold planungsgruppe dach
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