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Bericht Dach + Wand

Das war sie, die Dach + Wand 2002 in Frankfurt


Mit Tücken. Blechziegelelemente werden im Bereich des Wasserlaufes mit Schrauben fixiert. Hier wurde allerdings bei der Schraube kein Dichtring eingesetzt. Ob das nachher auf der Baustelle genauso abläuft?


Das Außengelände. Sehr übersichtlich, wie übrigens die ganze Veranstaltung.


Wer meinte, bei den Großen aus der Branche wären diesesmal auch große Stände, der wurde enttäuscht.


Und das berüchtigte Gedrängel in und an den Gängen, das blieb dieses Jahr auch aus.

Kommentar von stefan ibold:

Wer dachte in Frankfurt würde Aufbruchstimmung verbreitet, der wurde enttäuscht.
Hübsch übersichtlich, auf zwei Etagen angeordnet, fanden sich einige Ziegler und Schiefergruben, sowie sagenhafte zwei Bitumenbahnenhersteller. Ein in meinen Augen absoluter Negativrekord.

Auf einer Etage der Nachbarhalle wurden Gerüste, Maschinen und Werkzeuge gezeigt. Hier waren nach meinem Kenntnisstand keine neuen Innovationen zu besichtigen.

Wie es dieses Jahr sowieso nicht zu finden war, das Neue. Doch halt – so ganz stimmt das nicht. Immerhin hat Nelskamp mit seinem neuen DS 5 einen „Mamutziegel“ herausgebracht. Ganze 5,5 Stk werden für den m² benötigt. Ein neuer Größenwahn?
Meyer – Holsen stellte den neuen „Ravensberger“ vor. Es ist ein Flachdachziegel im Großformat (12,5 Stk/m²).
Auffällig der gerade Schnitt am Fuß.
Doch auch im Kleinen gab es Bewährtes und Findiges. So hatte die Firma Eisedicht „den Durchbruch für den Durchbruch“. Luftdichtmanschetten, die das Erstellen der luftdichten Schicht im Bereich der Dampfbremse bei Kabeldurchführungen enorm erleichtern. Allerdings spielen die Manschetten ihre Stärke erst bei einer Neuinstalltion der Kabel vollkommen aus.

Relativ wenig frequentiert der Themenpark, neben dem Stand des Zentralverbandes. Obwohl hier einige nützliche Tipps rund um Fördergelder und deren Beantragung gegeben wurden, wenn es um die energetische Sanierung bestehender Gebäude geht. Für den Neubau dürfte dabei der Einsatz und die Förderung der Solaren Energiegewinnung von Bedeutung sein.

Überhaupt scheint die Energieeinsparung seltsame Stilblüten zu betreiben. Da werden Unterspannbahnen und Unterdeckungen angepriesen, bei denen satte 9% weniger Heizwäremebedarf bestehen soll. „Intelligente“ (können die rechnen?) Sanierungsdampfbremsen, die man über den Sparren verlegen kann. Wobei erwähnt werden sollte, daß der Wettbewerber inzwischen offziell eine vorhandene luftdichte Schicht erwartet, da sonst die Bahn nicht funktionieren kann.
Und – um es weiter zu toppen, nun gibt es sie endlich – die Abschirmbahnen gegen den Elektrosmog mit dem weiteren Vorteil der 60%igen Reflektion der Strahlungswärme. Da wird einem warm ums Herz und das Handy von Pappi hat Abends ausgedient, der Funkwecker allerdings auch.
Eines scheint sich aber dennoch zu bewahrheiten: das Internet scheint in voller Konkurrenz zur Messe zu stehen. Ist es doch ungleich kostengünstiger als ein Messestand, kann schneller reagieren und viel wichtiger - agieren, kann dank guter Software auch im Ziegelbreich Farben und Formen sehr gut darstellen.
Wenn an den Ständen Kletterwände herangezogen werden müssen, um Aufmerksamkeit zu erlangen, dann stellt sich die Frage nach dem Sinn und Zweck eines teuren Ausstellungsstandes erneut.
Die Kosten scheinen das eigentliche Problem der Messen zu sein. Stände – in früheren Jahren riesig angelegt – heute kaum zu finden. Viele Hersteller, die ansich ein Heimspiel in Frankfurt haben, sind gar nicht erst erschienen. So fehlte auch der komplette Bereich der Aufdach- und Auflattdämmungen. Schade ansich, denn dort gab und gibt es die besten Ausreden.

Warten wir also ab was Hamburg im nächsten Jahr bringt. Mein Tipp: wir werden mit Sicherheit mehr Bitumenbahnenhersteller sehen, im Gegenzug bleibt der ein oder andere Ziegler fern.

stefan ibold
http://www.planungsgruppe-dach.de

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