Zunächst soll mal der allgemeine Aufbau eines Flachdaches beschrieben werden:
Tragkonstruktion (Stahlbeton, Trapezblech, Holz etc.)
Ggf. Haftgrund bzw. Trennlage (Holz)
Dampf- und Luftsperre
Wärmedämmung
Ggf. Luftraum bei belüftetem, zweischaligem Dach (sog. "Kaltdach")
6. Abdichtung
Die Dampf- und
Luftsperre kann aus den verschiedensten Materialen bestehen. Bei
Stahlbetondecken kann diese auch aus Kunststoffolien bestehen. Ein
dichter Anschluß der Nähte ist nicht erforderlich.
Allerdings sind Durchbrüche Dampf- und Luftdicht
anzuschließen.
Bei Trapezblechen sind lose verlegte Folien
denkbar ungeeignet ! Hier kann man entweder bituminöse
Dampfsperren einsetzen, oder aber spezielle selbstklebende
Dampfsperren. Die immer wieder verwendete V 60 S4 + Al ist aber
schlichtweg zu empfindlich (V 60 S4 + Al = Rohglasvliesbahn, 4 mm
dick, Schweißbahn, Aluminiumeinlage). Hier ist
eine Glasgewebebahn G 200 S4 + Al wesentlich geeigneter. Oder aber
eben Systembahnen.
Die Wärmdämmung
kann bestehen aus: Polystyrol ("Styropor"),
Extruder-Schaum, PUR, Mineralfaser oder Schaumglas. Andere Dämmstoffe
werden nur selten eingesetzt. Auf Betondächern hat sich
Polystyrol alleine wegen des günstigen Preises durchgesetzt. Auf
Stahltrapezblechen kommt es aber immer wieder zu
Dämmstoffwanderungen. Hier ist Mineralfaser oder Schaumglas
besser geeignet. PUR hat den besten Dämmwert aller Dämmungen,
so daß hiermit die Höhen reduziert werden können. Von
daher eignet sich PUR insbesondere für Terrassen und Balkone.
PUR ist jedoch teurer als Polystyrol. Extruder-Schaum wird als
Umkehrdämmung eingesetzt (hier liegt die Dämmung auf der
Abdichtung) oder auch bei höheren Belastungen. Extruderschaum
hat die gleiche Belastungsmöglichkeit wie PUR, ist aber
wasserfest.
Nur Mineralfaser und Schaumglas sind nicht
brennbar.
Schaumglas, das teuerste Dämmprodukt, ist nicht
brennbar, verrottet nicht, wasserdicht und wasserfest sowie
dampfdicht. Zudem ist die Entsorgung problemlos, da es sich im Grunde
um Sand handelt.
Abdichtung
Hier scheiden sich die
meisten Geister. Es gibt die weiße und die
schwarze Fraktion.
Gemeint sind damit die Vertreter
der Kunststoff-Abdichtungsbahnen (Folien) bzw. der
bituminösen Abdichtungsbahnen.
Da wir von der planungsgruppe
dach pd®
nicht für die Industrie tätig sind, gehören wir keiner
der Fraktionen an, sondern beurteilen die Vor- und Nachteile der
jeweiligen Produkte neutral.
An dieser Stelle würde ein
Vergleich erstens zu weit führen und zweitens in der Praxis
nicht anwendbar sein. Es hängt immer von vielen Umständen
ab, welche Lösung gewählt wird.
Oberflächenschutz
Im Wesentlichen werden hier verwendet: gewaschener Kies, Plattenbeläge oder Schiefersplitt und keramische Einstreuungen. Alle Arten gelten als sog. harte Bedachung, die im Sinne der DIN 4102 beständig ist gegen Funkenflug und strahlende Wärme sind.
Kies und Plattenbeläge übernehmen aber auch die Windsogsicherung. Bei beschieferten Abdichtungen sind diese entweder mechanisch befestigt oder es handelt sich um einen komplett verklebten Dachaufbau.
Lebensdauer
Die Lebensdauer hängt
natürlich von den äußeren Umständen, der Nutzung
aber auch stark von den verwendeten Materialien.
Aber nicht nur
die Abdichtung ist hier entscheidend, sondern das ganze Abdichtungs-
und Dämmpaket. Hier ist eben eine intensive Beratung
erforderlich. Die Lebensdauer kann von etwa 7 Jahren bis über 50
Jahre reichen.
Die Lebensdauer kann
durch Wartungsverträge nicht unerheblich verlängert werden.
Oftmals reicht auch ein reiner Inspektionsvertrag.
Eine Anfrage
bei uns oder Ihrem vertrauten Dachdeckermeister hilft Ihnen weiter.